Die Kaufkriterien für einen Elektroroller

Elektroroller sind Teil der grünen Verkehrswende. Europaweit setzen sie sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit durch. Wer in letzter Zeit in Paris war, wird festgestellt haben, dass die E-Scooter schon zum gewohnten Straßenbild gehören. Der deutsche Verbraucher hingegen verhält sich Neuem gegenüber traditionell vorsichtig. Wer diesbezüglich mit einem Elektroroller zum Vorreiter werden und seinen Landsleuten zeigen möchte, wie es geht, freut sich über einige Orientierungshilfen für den Kauf. Dieses Bedürfnis möchten wir mit diesem Ratgeber bedienen und stellen wichtige Kaufkriterien für den Kauf von Elektrorollern vor:

Geschwindigkeit und Regeln

In puncto Geschwindigkeit haben die Hersteller vielleicht den geringsten Spielraum, denn sie sind an die Verkehrsregeln gebunden. Diese gestalten sich bei E-Rollern recht kompliziert, weswegen wir sie an dieser Stelle noch einmal vorstellen möchten: 12- und 13-Jährige Fahrer dürfen mit ihrem Elektroroller maximal 12 km/h fahren. Ab 14 Jahren sind dann 20 km/h erlaubt. Wer ab 15 Jahren 5 km/h schneller, also 25 km/h mit seinem Elektroroller fahren möchte, benötigt dafür einen Mofaführerschein. Für einen Elektroroller bis 45 km/h ist dann zwingend ein Führerschein der Klasse AM vorgeschrieben.
Aber Achtung: Die gängige Regel ist sicherlich nicht optimal, da die fehlenden 5 km/h bis zum generellen Tempolimit im Stadtbereich es mit sich bringen, dass man im Straßenverkehr nicht mithalten kann, dauernd überholt wird und von den anderen als Bremsklotz wahrgenommen wird. Übrigens lässt sich mit dem Prinzip der Rekuperation weiter an Reichweite einsparen, denn durch Rekuperation wird die Kraft beim Bremsen geschickt wieder eingefangen und dem eigenen Speicher zugeführt. Eine Test-Übersicht über die einzelnen Geräte finden Sie übrigens auch unter diesem Link.

Ladezeit und Reichweite

Die Reichweitenangst ist eine aktuelle Bereicherung des deutschen Wortschatzes, die mit den neuen Fahrzeugen auf Basis eines akkubetriebenen Elektromotors aufkam. Damit es bei einem Elektroroller nicht zu der gefürchteten Reichweitenangst kommt, ist die Reichweite eine wichtige Kennziffer. Diese beträgt je nach Modell derzeit zwischen 50 und 200 km. Längst haben die Lithium-Ionen-Akkus den alten Bleisäureakkus den Rang abgelaufen. Sie weisen keinen Memory-Effekt auf, bestechen mit einem effizienteren Wirkungsgrad und sind wesentlich leichter. Sie schwächeln aber bei Kälte, sodass Sie im Winter einige km abziehen sollten.

Ein Tipp: Die Ladezeit verringert sich bei einem Akku erheblich, wenn die Batterien nur bis zu einer Kapazität von 80 % aufgeladen werden, was außerdem den recht empfindlichen Akkumulator schont. Ansonsten beträgt die Ladezeit zwischen zwei und vier Stunden, das heißt, es lohnt sich, beim Kauf auch auf dieses Kriterium zu schauen.

Auch ein Elektroroller hat „Pferdestärke“

Was beim Auto PS sind, sind beim Elektroroller kW, wobei 1 kW genau 1,36 PS entspricht. Der Wert dieser Kennzahl zeigt sich bei Steigungen, ob und mit wie viel Einbußen bei der Geschwindigkeit der E-Scooter den Aufstieg überwindet. Zur Erleichterung bei der Orientierung haben die Hersteller zudem den Steigungsgrad des Gefährts angegeben, das heißt, wie viel Gefälle der Roller schafft, ohne dass der Fahrer absteigen und wie beim Fahrrad schieben muss. Wie bei der Geschwindigkeit ist der Spielraum für Hersteller und Kunden aber nicht sehr groß. Der Grund dafür ist ein gesetzliches Limit, demnach ein Elektroroller bis 25 km/h nur über eine Power von 4 kW (5,44 kW) verfügen darf.

Weitere Kaufkriterien für den Elektroroller

Wer seinen Elektroroller auch für die „letzten Kilometer“, das heißt für die Kurzdistanz zur nächsten Haltestelle bzw. zum nächsten Bahnhof, benötigt, freut sich über eine gewisse Praktikabilität seines Gefährts. Dieses wird durch das Gewicht und die Technik des Zusammenklappens ausgedrückt. Übrigens besitzen die E-Roller nur eine überschaubare Tragekapazität um 90 kg. „Schwergewichte“ sollten dies folglich beim Kauf berücksichtigen und auch auf diese Kennzahl achten.

Nützlich sind auch Scheinwerfer und Sicherheitsleuchten, während einstellbare Fahrmodi den Fahrkomfort erhöhen. Je größer die Reifen sind, desto stabiler ist der Elektroroller und desto sicherer das Fahren. Zudem haben die Reifen wie beim Auto einen unterschiedlich ausgeprägten Grip. E-Scooter besitzen eine unterschiedlich ausgeprägte Elektronik. Hochwertige Modelle glänzen so mit einem differenzierten LCD-Bildschirm und einer Konnektivität mit dem Smartphone.